Reimporte – Was sind das eigentlich? Und warum gibt es die?

Also nach meiner persönlichem Schicksal mit diesen Arzneimitteln, möchte ich Euch einmal erzählen was es überhaupt mit diesen Reimporten auf sich hat. Reimporte sind Arzneimittel, welche in anderen Ländern günstig eingekauft werden. Meist sind das Frankreich, Dänemark, Niederlande oder auch zum Beispiel Griechenland, denn dort sind die teuren Orginale günstiger und sie werden von Importfirmen fachmännisch aufgekauft und mit einer deutschen Packungsbeilage und Beschriftung ausgestattet. Es sind aber weiterhin die Orginalmedikamente, die auch hier teuer auf dem Markt sind. Wahrscheinlich sogar die gleiche Charge aus der gleichen Fabrik, nur die Umverpackung unterscheidet sich. Dadurch kann im Gesundheitswesen eine ganze Menge Geld gespart werden und theoretisch ist es eine tolle Idee.

Die Apotheke muss sogar ein gewissen Anteil der hochpreisigen Fertigarzneimittel durch Reimporte ersetzten, tut Sie das nicht verlangt die Krankenkasse eine Strafzahlung. Der Arzt kann auch auf ein Importarzneimittel bestehen und dies sogar auf dem Rezept vermerken. Wenn die Apotheke die Importquote übererfüllt bekommt sie ein Importguthaben und hier liegt auch schon ein wichtiger Punkt. Dieses Guthaben ist rein theoretisch, denn ausser Strafzahlung bei Nichteinhaltung der Importquote kann mit diesem Guthaben nichts gemacht oder ausgeglichen werden. Manche Apotheker haben mehrere tausend Euro Guthaben bei der Krankenkasse, aber diese wird nicht etwa mit Retaxationen(auch ne böse Angelegenheit) oder so verrechnet, nein es ist ein rein theoretisches Guthaben.

Im Grunde genommen hat also die Apotheke rein gar nichts davon ein Importarzneimittel abzugeben, also rein gar nichts ausser einen gestiegenen Aufwand. Für die Akzeptanz bei den Patienten müssen nämlich wir sorgen, und nur weil der Karton ein wenig anders aussieht gibt es oft schon eine Anschuldigung, dass wir die Leute vergiften wollen. Aber richtig spaßig wird es, wenn die Kartons mit griechischer oder kyrillischer Schrift neben dem Aufkleber auf Deutsch ausgestattet sind. Es ist sehr personalintensiv und erfordert ein langes Gespräch den Leuten das Importarzneimittel und damit die Einsparungen schmackhaft zu machen. Und der Apothekenleiter mit mehreren tausend Euro Guthaben, welche Motivation hat er noch es sich eventuell mit den Gästen in der Apotheke zu verscherzen? Keine genau. Dafür gibt es schon die Rabattverträge, welche genug Ärger schaffen.

Was könnte man dagegen tun? Nun wenn wir als Gesellschaft weiter so Kosten sparen wollen, warum wird der Apotheker nicht an den Einsparungen beteiligt? Sagen wir die Hälfte der Einsparung behält die Kasse und die andere Hälfte geht für den Arbeitsaufwand an die Apotheke….Wäre doch eine gute Sache für alle? Ich bin sicher die Einsparungen für die Kassen wären viel Höher als sie aktuell sind.

Oder die Alternative ist wir sagen: Weg mit den Importen. Es hat sein Grund, dass Arzneimittel immer in Relation zur Wirtschaftskraft eines Landes bepreist werden. Wir wollen schließlich auch nicht, dass einfach alle Verkäufe weltweit genommen werden und dann der Mittelwert gezogen wird, wir würden theoretisch sparen…aber wie bezahlbar sind dann Medikamente noch in Bulgarien, Indien oder gar Somalia?

Was ist eure Meinung?

Ein Gedanke zu „Reimporte – Was sind das eigentlich? Und warum gibt es die?

  1. Pharmama

    Ich sag: weg mit den Importen.
    Ausser dem Erklärungsbedarf und dass gerade Importe ein Einfallsportal für Fälschungen zu sein scheinen habt ihr gar nichts davon. Theoretisches Guthaben ist wie Theoretisches Zuckerbrot. Nur die Peitsche ist echt bei euch, oder? 😦
    Und bin gleichzeitig froh, dass wir das bei uns nicht haben. Das gibt es einfach nicht – die einzige Ausnahme ist, wenn es das Mittel gar nicht anders gibt. Und dann braucht es oft noch eine Bewilligung dazu.
    Letztens wurden wir wieder mit erhobenem Zeigefinger angemahnt, weil manche Apotheken noch Oleovit abgegeben haben (ölhaltige Vitamin D Tropfen) obwohl es inzwischen dafür auch ein Schweizer Produkt gibt. Sobald das so ist, ist der Verkauf vom Import verboten.
    (Dabei: der Import kostet 8 Franken, das einheimische Produkt … 23 … eine Sparmöglichkeit wäre das schon).

    Antwort

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